Frag den OB Ludwigsburg

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Plastiktüten auf dem Wochenmarkt

12.03.2018 21:23 JoachimSchalk fragt Werner Spec 008

Lieber Herr Spec, warum verbietet die Stadt LB auf dem Wochenmarkt nicht die Nutzung von Plastiktüten? Ein sehr schnell umzusetzender Ansatz zur Vermeidung von Plastik. Die Marktbeschicker könnten Papiertüten aus Recyclingpapier verwenden, die dann sogar noch als Sammeltüte für die Biotonne genutzt werden könnte.

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Kommentare

ist eine inhaltliche Ergänzung

Korrektur!

12.03.2018 21:28 JoachimSchalk ist eine inhaltliche Ergänzung 008

Soll natürlich heißen, warum verbietet LB NICHT die Nutzung von Plastiktüten...

Antwort des Oberbürgermeisters

Re: Plastiktüten auf dem Wochenmarkt

04.04.2018 10:46 Werner Spec antwortet den Teilnehmenden
 Werner Spec

Werner Spec

Sehr geehrte/r Bürger/in,

gemeinsam mit der Agendagruppe „Ludwigsburg Packt neu ein!“ und den Marktbeschickern suchen wir bereits nach alternativen Verpackungsmöglichkeiten zur Plastiktüte.

Auf den ersten Blick scheinen Papiertüten eine saubere Lösung zu sein, jedoch sind diese nicht für alle Waren auf dem Wochenmarkt geeignet und stehen in der Umweltbilanz oft nicht besser da als Plastiktüten. Der unbestrittene Vorteil der Papiertüten ist im Vergleich zur klassischen Plastiktüte ihre biologische Abbaubarkeit. Man muss aber beachten, dass die Papierherstellung sehr energieintensiv ist, viel Wasser verbraucht und für die Stabilität müssen oft die Zellulosefasern noch chemisch behandelt werden. Zudem können sich vor allem in bedruckten Tüten und Tüten aus Recyclingpapier Rückstände von Druckfarben befinden, die die Umweltverträglichkeit beeinträchtigen.

Dies zeigt, dass es wichtig ist, bei den Alternativen möglichst alle Aspekte zu berücksichtigen. Deshalb orientiert sich die Stadt Ludwigsburg bei ihren Beschaffungen in der Zukunft an dem Cradle-to-Cradle® (C2C) Konzept. Bei Produkten nach diesem Prinzip stehen die Verwendung von gesunden und umweltverträglichen Materialien und die Kreislauffähigkeit im Vordergrund.

Sowohl beim Verpackungsmaterial als auch bei den Druckfarben gibt es bereits Hersteller, die ihre Produkte zunehmend nach den C2C Prinzipien verbessern. Leider gibt es derzeit in Deutschland noch keinen direkten C2C Ersatz für die dünnen Knotentütchen. Deshalb sollte vorerst der Schwerpunkt darauf liegen, Plastiktüten nicht nur einfach durch Papiertüten zu ersetzen, sondern alle mögliche Alternativen, wie Stoffbeutel oder Aufbewahrungsdosen zu testen und vor allem die Behältnisse möglichst oft zu verwenden.

In Gesprächen mit Marktbeschicken zeigt sich eine große Bereitschaft auf Plastiktüten zu verzichten, wenn die Kunden ihre eigenen Behältnisse und Taschen mitbringen. Deshalb sollen in diesem Jahr in „Testwochen“ den Kunden verschiedene Alternativen zur Plastiktüte, wie zum Beispiel wiederverwendbare Taschen, angeboten werden.

Wir sehen uns gemeinsam auf einem Guten Weg, den Ludwigsburger Wochenmarkt von der Plastiktütenflut zu befreien und zu einem nachhaltigen Aushängeschild der Stadt zu machen.

Falls Sie sich bei diesem Thema aktiv engagieren möchten, die Agendagruppe „Ludwigsburg packt neu ein!“ sucht noch Verstärkung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Werner Spec