Frag den OB Ludwigsburg

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Park & Ride

11.12.2018 22:03 Louisville fragt Werner Spec 023

Hallo Herr Spec, wäre es nicht sinnvoll bei den zahlreichen Veranstaltungen, die unsere Stadt so attraktiv machen, einen Park-and-Ride-Service anzubieten? Mir tun die Besucher Leid, die die Parksituation in Ludwigsburg unterschätzen und dann Block für Block abfahren müssen, um einen Parkplatz zu finden. Das mag doch wirklich keiner, weder im Auto, noch außerhalb. Gerade sonntags könnte man doch mit Ikea und Breuningerland kooperieren und die Parkflächen dort umwidmen. Shuttlebusse könnten dann die Besucher in die Innenstadt bringen. Entweder kostenlos oder zu einem Preis, der mit Parkgebühren vergleichbar ist. Gerade zur Weihnachtszeit kann ich mir Besinnlicheres vorstellen als hupende Autofahrer, die sich um die Zufahrt zur Bärenwiese streiten.

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Antwort des Oberbürgermeisters

Antwort auf die Frage zu 'Park & Ride'

19.02.2019 11:29 Werner Spec antwortet den Teilnehmenden
 Werner Spec

Werner Spec

Sehr geehrte/r Nutzer/in von Frag den OB,

vielen Dank für Ihre Frage. Wir arbeiten mit unserem neuen Mobilitätskonzept für Ludwigsburg bereits an Verkehrsdrehscheiben, wo auch Parkplätze geschaffen werden: Dort können Autofahrer dann ihre Wagen abstellen und auf den ÖPNV umsteigen. Im Gewerbegebiet Waldäcker in der Weststadt soll etwa ein Park-and-Ride-Parkhaus entstehen und dort den Umstieg in Busse, BRT-Schnellbusse und eine Stadtbahn ermöglichen. Von diesen geplanten Mobilitätshubs im äußeren Stadtgebiet können Pendler und Besucher dann staufrei mit dem ÖPNV auf eigenen Trassen in die Innenstadt gelangen.

Zur Entlastung der Parksituation in den Stadtteilen werden wir neue Quartiersgaragen einsetzen. Diese bieten sowohl den Arbeitnehmern der Firmen vor Ort als auch den Anwohnern eine Parkmöglichkeit, die wir um weitere Angebote wie Leihfahrräder und elektrische Kleinfahrzeuge ergänzen wollen. Ein Beispiel ist das geplante Parkhaus im neuen Gewerbegebiet auf der ehemaligen Kleingartenanlage Frommann-Kaserne mit 800 Plätzen.

Zusätzliche Maßnahmen werden die Parksituation insgesamt verbessern: Rund um die Grönerstraße führen wir beispielsweise ein digitales Parkraum-Management ein, das Autos zu freien Plätzen lenkt und die Parkmöglichkeiten optimal verwaltet. Dadurch wird das Pendlerparken im Firmenumfeld gebündelt, was sich positiv auf die benachbarten Wohnstraßen auswirkt.

Unsere Erfahrungswerte mit vorübergehenden Park-and-Ride-Plätzen bei Großveranstaltungen sind dagegen unterschiedlich: In der Unteren Stadt bieten wir Anwohnern während des Weihnachtmarkts einen Bolzplatz als Ausweichmöglichkeit zum Parken an. Wir erweitern zeitgleich die Öffnungszeiten in den städtischen Parkhäusern und geben in der Vorweihnachtszeit auch Zuschüsse für die Nutzung des ÖPNV. Diese Angebote werden gut genutzt.

Bei anderen Großveranstaltungen haben wir in der Vergangenheit eigens Park-and-Ride-Plätze für die Besucher ausgewiesen, Zufahrten ausgeschildert und Busshuttle eingerichtet: Parkplätze größerer Firmen im Westen, den Parkplatz an der S-Bahn-Haltestelle „Favorite“ im Norden oder das Autokino im Süden. Auch ein Shuttleservice zur gesperrten Wilhelmstraße zwischen Bahnhof und Sternkreuzung zählt dazu. Trotz intensiver Bewerbung und Information durch uns und den Veranstalter wurden diese Angebote nur von sehr wenigen Besuchern genutzt. Nach diesen Erfahrungen setzen wir verstärkt auf eine Empfehlung über die Medien, am Veranstaltungstag besser den ÖPNV zu nutzen.

Um den Individualverkehr künftig weiter zu verringern, starten wir in diesem Frühjahr ein Pilotprojekt mit einem kleineren Shuttle-Bus: Dieser „Cloui“ wird automatisiert mit Begleitfahrer auf einer Route vom Westausgang des Bahnhofs in die Weststadt und zurück verkehren. Auch nach der Testphase werden wir dieses neuartige Konzept in Ludwigsburg weiter verfolgen.

Wir arbeiten als Stadtverwaltung mit dem Gemeinderat an vielen Maßnahmen zur Verbesserung: Wir treiben die Digitalisierung der Verkehrsleittechnik im Stadtgebiet voran, wir bauen das Radstrecken-Netz fortlaufend aus und erweitern umfassend das ÖPNV-Angebot, so dass viel mehr Menschen auf nachhaltige Fortbewegung umsteigen. Dadurch werden wir das Verkehrsaufkommen ebenso wie die parkenden Autos in Ludwigsburg insgesamt reduzieren und damit – nicht nur bei Großveranstaltungen – eine deutlich entspanntere Situation für alle Verkehrsteilnehmer erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Werner Spec