Frag den OB Ludwigsburg

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KITA Gebühren: Warum nicht günstiger/kostenlos?

28.12.2018 21:23 Fam.Vater fragt Werner Spec 027

Hallo, für uns junge Eltern erschließt es sich nicht, warum wir in Ludwigsburg sehr hohe KITA Gebühren zahlen müssen. Leider verweigert die aktuelle Landesreg. die Abschaffung der KITA Gebühren und verweist auf die Kommunen, während andere Bundesländer diese abschaffen. In Mecklenburg Vorpommern gilt ab 01.09.2019 eine Geschwisterregelung, durch die Familien mit mehreren Kindern entlastet werden indem sie nur noch für das älteste Kind Gebühren zahlen. An der Qualität der KITA’s in Ludwigsburg kann es ja nicht liegen, denn hier stellt das Land (BW) ja extra Fördergelder zur Verfügung, um diese zu verbessern. Der Ausbau und Sicherstellung der KITA‘s sollte auch nicht über hohe Gebühren finanziert werden, denn auch da gibt ein Förderprogramm der Landesregierung. Im Nachfolgenden mal ein Vergleich der KITA Gebühren: Kinder unter 3 Jahre ————————- * Stuttgart: 154€ (zzgl. 70€ Verpflegung) * Ludwigsburg: 228€ (zzgl. 60€ Verpflegung) * Heilbronn: 213€ (zzgl. Verpflegung) (Ab 3 Jahren keine KITA Gebühren mehr) * Bietigheim: 142€ (zzgl. 60€ Verpflegung) Es ist schon interessant zu sehen, dass Städte um Ludwigsburg herum günstigere KITA Gebühren anbieten können bzw. in Heilbronn für Kinder ab 3 Jahren sogar die KITA Gebühren ganz abgeschafft werden. Eine KITA sollte für alle Kinder zugänglich sein. Hierdurch werden auch langfristig die Bildungschancen verbessert. Wichtig wäre vor allem das dieser Zugang nicht auf dem Rücken der Eltern ausgetragen wird die regelmäßig für ihr Geld arbeiten gehen und als „einkommensstark“ gelten. Zumal die Entlastung von Familien (nicht nur im Bereich von Kita-Plätzen) ein hohes Ziel darstellt, welches nicht nur von der Bundesregierung fokussiert wird. Kinder dürfen kein Luxus sein.

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Kommentare

ist eine inhaltliche Ergänzung

Ergänzung

28.12.2018 21:46 Fam.Vater ist eine inhaltliche Ergänzung 027

Die Gebühren oben beziehen sich auf eine Familie mit 2 Kindern.

Antwort des Oberbürgermeisters

Antwort auf die Frage zu Kita-Gebühren

01.02.2019 13:31 Werner Spec antwortet den Teilnehmenden
 Werner Spec

Werner Spec

Sehr geehrte/r Nutzer/in von "Frag den OB",

vielen Dank für Ihre Frage. Bildung und Betreuung sind nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die gesamte Stadtverwaltung und den Gemeinderat in Ludwigsburg von herausragender Bedeutung. Die optimale Förderung von Kindern schon im vorschulischen Bereich ist eine Investition, von der diese lebenslang profitieren – auch unsere Gesellschaft insgesamt.

Hohe Qualität hat dabei natürlich auch ihren Preis – diesen sind uns die Kinder in unserer Stadt wert. Ohne die hohen Millionenbeträge eingerechnet für die Sanierung, Erweiterung und den Neubau von Kindertagesstätten, haben wir allein die jährlichen Ausgaben für das erforderliche Personal und die sonstigen Betriebsausgaben von insgesamt 21 Millionen Euro im Jahr 2009 auf zwischenzeitlich 53 Millionen Euro für das Jahr 2019 erhöht.

Ursprünglich galt eine Aufteilung der Kosten zu je einem Drittel für Stadt, Land und Eltern. Mit der Zeit haben sich diese Anteile immer weiter verschoben: Das Land übernimmt nach wie vor 33 Prozent der Kosten, die Stadt trägt derzeit 53 Prozent. Der Elternanteil liegt dagegen heute nur noch bei 14 Prozent. Die Allgemeinheit, also die Steuerzahler, tragen somit in der Summe 86 Prozent.

Bei dem deutlich reduzierten Kostenanteil der Eltern gibt es eine sehr sozialverträgliche Staffelung – mehr Informationen dazu finden Sie auf www.ludwigsburg.de/kindertagesbetreuung. Eltern mit geringem Einkommen erhalten diese Eigenanteile als Sozialleistung erstattet. Ein durchaus ausgewogenes System, wie wir meinen.

Wir wollen, dass schlussendlich Kinder aus allen Schichten der Bevölkerung möglichst gut gefördert werden können, ohne eine fiskalische Zweiklassengesellschaft zu haben. Dies legt bereits in der frühen Kindheit die Grundlagen für eine solidarische Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Werner Spec