Frag den OB Ludwigsburg
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Geteilte Krippenplätze

11.02.2019 22:08 ManessaLutz fragt Konrad Seigfried 018

Sehr geehrte Herr Spec, gerne nutze ich das Angebot mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Dieses Jahr wird das Thema Kinderbetreuung wieder aktuell für uns. Und bis jetzt hat sich im Vergleich zu 2016 leider nichts getan. Zumindest nicht spürbar. Schon damals haben wir nur kurzfristig und auf eigene Bemühungen hin einen Krippenplatz in einer privaten Einrichtung bekommen. Es handelte sich um einen geteilten Krippenplatz und ich konnte wieder arbeiten gehen. Warum sind in einer Stadt, in welcher Kinderbetreuung „nicht auf Sand gebaut ist“ nicht mehr solcher Plätze verfügbar. Warum nur in privaten Einrichtungen? Die wenigsten Frauen müssen jeden Tag arbeiten. Würde man sich solche Plätze teilen, wären mehr Kinder versorgt. Von meinem Arbeitegeber und mir wird höchste Flexibilität erwartet. Dies erwarte ich auch von den Einrichtungen. Wir zahlen schließlich dafür. Ein vermehrter Verwaltungsaufwand oder, dass es pädagogisch nicht vertretbar ist, kann ich nicht nachvollziehen bzw. gelten lassen. Kosten, dies ist auch noch ein Punkt...Muss ein Vollzeitplatz, welcher nicht benötigt wird gezahlt werden, muss ich mir als Frau teilweise schon wieder überlegen, ob sich dies rechnet. Mit freundlichen Grüßen Manessa Lutz

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Antwort des Ersten Bürgermeisters

Antwort auf die Frage zu geteilten Kita-Plätzen

18.04.2019 16:49 Konrad Seigfried antwortet den Teilnehmenden
 Konrad Seigfried

Konrad Seigfried

Sehr geehrte Frau Lutz,

vielen Dank für Ihre Frage. Wir unternehmen als Stadtverwaltung große Anstrengungen, um die Betreuungsplätze in den Krippen für Kinder unter drei Jahren auszubauen. Bildung und Betreuung sind für uns in Ludwigsburg von herausragender Bedeutung: Die optimale Förderung von Kindern schon im vorschulischen Bereich ist eine Investition, von der diese lebenslang profitieren – auch unsere Gesellschaft insgesamt.

Von 2012 bis heute haben wir von der Stadt über 400 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren eingerichtet – damals waren es noch 600 Plätze, heute bieten wir selbst mehr als 1.000 Krippenplätze an. Insgesamt gibt es derzeit 4.100 Betreuungsplätze für Kinder in Ludwigsburg. Diese bauen wir weiter aus: Um weitere über 700 Plätze in den kommenden zehn Jahren.

Dieses Ausbauprogramm zieht sich weiter durch bis in die Grundschulen und weiterführenden Schulen: Wir bauen eine Schule komplett neu, und an vielen anderen Standorten planen und errichten wir größere Erweiterungsbauten.

Bei Kindertageseinrichtungen gilt grundsätzlich die Regel, dass ein Platz über fünf Werktage für eine volle Woche gerechnet werden muss. Das kann zwar vom Träger der Einrichtung aufgeteilt werden, beispielsweise für zwei Kinder, von denen das eine zwei und das andere drei Tage betreut wird. Die beiden Kinder können wegen der geplanten Kapazitäten allerdings nicht gleichzeitig anwesend sein.

Das kann manchmal gut funktionieren, oft geht es aber nicht auf – wenn sich zum Beispiel die Arbeitstage eines Elternteils verschieben, kann die Kita nicht ohne weiteres den Betreuungstag mit verschieben: Der Platz des anderen Kindes müsste ja entsprechend auch verschoben werden. Aus diesem Grund scheuen viele Träger von Kitas dieses Angebot. Um das etwas auszugleichen, haben wir im Stadtgebiet eine breitgefächerte Betreuungsstruktur geschaffen, mit vielen unterschiedlichen Trägern, die auch unterschiedliche Angebote bereitstellen können.

Es freut mich, dass Sie mit Ihrem partiellen Platz positive Erfahrungen gemacht haben. Das geben wir gerne weiter und werden alle Träger nochmals ausdrücklich auffordern, diese Form des Platzangebots verstärkt anzubieten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Konrad Seigfried